2 Wildunfälle am Tag in Südtirol – Warnschilder werden dennoch oft ignoriert.
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2 Wildunfälle am Tag in Südtirol – Warnschilder werden dennoch oft ignoriert.

Wildunfälle Wildwechsel Gefahrenzone

Kürzere Tage und abfallende Blätter – im Herbst muss man auf den Straßen vermehrt mit schlechten Sichtverhältnissen rechnen. Damit steigt leider auch das Risiko von Wildunfällen. Im Jahr 2016 wurden in Südtirol 859 Wildunfälle registriert. „Dennoch muss nach wie vor davon ausgegangen werden, dass ein guter Teil der Unfälle nicht bekannt wird, weil der Unfall – auch aus Unwissenheit – nicht gemeldet wird. Südtirolweit kann man somit von ca. 1.000 Wildunfällen pro Jahr ausgehen“, schätzt ein Mitarbeiter im Jagdverband.  

Wildwechselschilder werden oft ignoriert

In den Morgenstunden und abends sind Wildtiere am aktivsten. Dies spiegelt sich auch in der Unfallstatistik wider: Die meisten Unfälle ereignen sich in den Morgenstunden (zwischen 5 und 7 Uhr) sowie abends zwischen 20 und 23 Uhr. „Zu den Wildwechselstunden sollte in Zonen mit häufigem Wildwechsel ganz besonders vorsichtig gefahren und die Geschwindigkeit entsprechend angepasst werden. Generell sollte das Gefahrenzeichen „Achtung Wildwechsel“ unbedingt ernst genommen und die Geschwindigkeit entsprechend angepasst werden“, empfiehlt der Jagdverband.

Eine Analyse zeigt allerdings, dass Wildwechselschilder – unabhängig von der Uhrzeit – in der Praxis häufig ignoriert werden. Wildwechselschilder sind an Streckenabschnitten positioniert, an welchen das Risiko einer Kollision mit einem Wildtier auch tatsächlich deutlich erhöht ist.

Richtiges Verhalten bei und nach dem Unfall

Wenn ein Zusammenstoß mit einem Wildtier unvermeidlich ist, sollte stark gebremst und das Lenkrad gut festgehalten werden. Wenn der Fahrer richtig reagiert, ist die Verletzungsgefahr für die Autoinsassen geringer. Ein Ausweichmanöver ist nicht zu empfehlen, denn ein solches ist weitaus riskanter, als ein Zusammenstoß mit dem Tier. Nach dem Unfall muss die Gefahrenstelle unverzüglich abgesichert und die zuständige Behörde verständigt werden. Das überfahrene Wildtier muss dem zuständigen Revierleiter oder Jagdaufseher oder aber der zuständigen Polizei- oder Carabinieristation gemeldet werden. Vielmehr ist eine rasche und korrekte Meldung des Unfalls hilfreich, da so der zuständige Jagdaufseher hinzugezogen werden kann.